Maybach-Club feiert 50. Geburtstag in Heilbronn

DSC02155"Glanz und Glamour" brachten die Maybachs nach Heilbronn, so Oberbürgermeister Harry Mergel. Foto: MTU Friedrichshafen

Der Maybach-Club hat am Wochenende 20./21. Mai 2017 sein 50-jähriges Bestehen in Heilbronn gefeiert – dem Ort, wo 1846 Wilhelm Maybach geboren wurde, dessen ältester Sohn Karl zwischen 1922 und 1941 die Maybach-Automobile konstruierte. Ein solcher Maybach gehört auch der Wilhelm-Maybach-Schule und ihrem Förderverein, der das Maybach-Club-Jubiläum zusammen mit dem Maybach-Club ausgerichtet hat.

Das Besondere an dem Schul-Oldtimer: Schüler und Lehrer der WMS haben ihn bis 2001 in 18-jähriger Projektarbeit mit 90 Prozent Originalteilen aus ganz Europa aufgebaut – auch dank großer Unterstützung durch die Mitglieder des Maybach-Clubs. „Respekt und Wertschätzung“ zollte Oberbürgermeister Harry Mergel dieser Leistung. Er freute sich, dass die sieben Maybachs, die anlässlich des Jubiläums auf dem Markt präsentiert wurden, „Glanz und Glamour“ nach Heilbronn brachten.

DSC06423Schulleiter Dieter Thumm befragte vier Club-Mitglieder zu ihrer Maybach-Leidenschaft.Oberbürgermeister Mergel erinnerte bei dem Festakt im Inselhotel daran, „dass es im Grunde Maybach war, der Daimlers Idee eines schnelllaufenden Verbrennungsmotors in die Tat umsetzte“. Wilhelm Maybach sei ein „Tüftler, Erfinder und Visionär gewesen, einer der größten Söhne Heilbronns“. Sein Andenken hoch zu halten verstehe die WMS als Auftrag und Verpflichtung, betonte Schulleiter Dieter Thumm.

Die 50-Jahr-Feier des Maybach-Clubs hat Klaus Schellenberger organisiert, der den Schul-Maybach pflegt und fährt. Er war bis 2010 Lehrer an der WMS und „ist derjenige, der Maybach in Heilbronn bekannt gemacht hat, nachdem die Schule 1973 den Namen ‚Wilhelm Maybach’ erhalten hatte“, erläuterte Hans-Peter Rudolph, Vorsitzender des Fördervereins der WMS, dessen Vorstand auch Klaus Schellenberger angehört.

Klaus SchellenbergerKlaus Schellenberger hat die Jubiläums-Feier des Maybach-Clubs in Heilbronn organisiert.Im Maybach-Club ist Schellenberger Technischer Referent und Ehrenmitglied. Eigentlich hatte er ursprünglich nur nach einem Originalteil aus den Händen von Wilhelm Maybach für die Schulvitrine gefragt – da nicht verfügbar, aber die Kopie einer Rahmenzeichnung des SW 38 aus dem Maybach-Archiv bekommen. Das stellte sich später als Initialzündung für den Schul-Maybach heraus, dessen Aufbau über fast zwei Jahrzehnte hinweg für eine „ganz besondere Verbindung von Klaus Schellenberger zum Maybach-Club“ gesorgt hat, so der Club-Vorsitzende Helmut Hofmann.

Weltweit sind noch etwa 150 Maybachs bekannt. Sie zu erhalten ist das Anliegen der Maybach-Club-Mitglieder. Dazu gehören Besitzer eines historischen Maybachs, Angehörige der Familie Maybach sowie frühere Mitarbeiter der Firma „Maybach-Motorenbau“, heute MTU Friedrichshafen, die die 50-Jahr-Feierlichkeiten unterstützt hat.

Die Entwicklung von Maybach-Motorenbau zur Rolls-Royce Power Systems AG, unter deren Dach die Marke MTU angesiedelt ist, skizzierte beim Festakt Ulrich Dohle, bis Ende 2016 Vorstandsvorsitzender der Rolls-Royce Power Systems AG. Susanne Zolling vom Bruderhaus Reutlingen berichtete von Wilhelm Maybachs „13 prägenden Jahren“, in denen er im Bruderhaus, einem Waisenhaus, zum technischen Zeichner und Konstrukteur ausgebildet wurde und Gottlieb Daimler kennen lernte.