„Wer heute stehen bleibt, ist übermorgen weg“ – 63 Techniker präsentierten ihre Abschlussarbeiten

Marlo FriedSeine Technikerarbeit sei ein Idealfall gewesen, schwärmt Marlon Fried: „Ich konnte meine Erfahrungen als Feuerwehrmann in das Projekt einfließen lassen.“ Fried hat eine Vorrichtung konstruiert, um hydraulische Rettungsgeräte ferngesteuert zu testen. Zum Beispiel die Sicherheit und Funktionsfähigkeit einer Rettungsschere, mit der nach Unfällen eingeklemmte Menschen aus ihren Autos befreit werden. Der Prüfer kann jetzt den Steuerknopf gefahrlos aus der Ferne auslösen.

Frieds Entwicklung ist eine von 62 Abschlussarbeiten, die die Absolventen der Fachschule für Technik am Samstag, 1. Juli, in der Wilhelm-Maybach-Schule vorgestellt haben. Lange hatte Fried abgewogen, wie er sich seinen Wunsch nach einer Weiterbildung erfüllen soll: Meister, Techniker oder doch lieber ein Studium? Sein praktisches Können als Zerspanungsmechaniker wollte er mit mehr Theorie verbinden. Für ihn ist deshalb die zweijährige Qualifizierung zum Techniker der „ideale Mittelweg zwischen Meister und Studium“ gewesen. Künftig arbeitet er als Konstrukteur in der Produktentwicklung.

Fabian HaeckerFabian Häcker hat die Technikerausbildung absolviert, weil er mehr Verantwortung übernehmen möchte. Aus diesem Grund macht der gelernte Industriemechaniker derzeit auch noch den Ausbilderschein. Häcker hat für die Lebenswerkstatt (bislang: Beschützende Werkstätte) einen Arbeitsplatz ergonomischer gestaltet. Dort können die Mitarbeiter nun Montagebausätze verpacken, ohne sich bücken oder 30 Kilogramm schwere Pakete heben zu müssen.

Überhaupt wurde von den 43 Maschinentechnikern mit den Profilfächern Fertigungstechnik oder Konstruktion viel optimiert: Arbeitsabläufe, Vorbereitungszeiten, Fertigungsschritte. „Die Prozessoptimierung ist für Deutschland als Wirtschaftsstandort wichtig“, erläuterte Schulleiter Dieter Thumm bei seiner ersten Technikerpräsentation als neuer Leiter der Wilhelm-Maybach-Schule.

Wegen des starken strukturellen Wandels in der deutschen Wirtschaft, vor allem in der Automobilindustrie, sei es wichtig, sich weiterzubilden. „Wer heute stehen bleibt, ist übermorgen weg“, so Thumms Einschätzung. Florian KolbDie Absolventen der Technikerschule seien jetzt auf dem aktuellen Stand der Technik und hätten auch gelernt sich neues Wissen selbständig anzueignen. „Damit sind sie für die Zukunft gut gerüstet und können sich besser darauf einstellen, was an Veränderungen auf sie zurollt.“ Das wüssten auch die Arbeitgeber zu schätzen. „Gute Techniker sind gesucht.“

Florian Kober etwa hat für eine Firma unter anderem eine Software entwickelt, mit der eine Lüftungsanlage energietechnisch optimal geregelt werden kann. Jetzt darf der gelernte Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik dort eine neue Abteilung mit aufbauen. Er würde jederzeit wieder den Techniker machen. „Die sind universell einsetzbar.“ (en)

 

Die Themen aller Abschlussarbeiten sowie die beteiligten Betriebe können in den Einladungen nachgelesen werden:

pdfEinladung zur Technikerpräsentation Maschinentechnik zum Download

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