2. Preis beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“

Preisverleihung beschnittenKerimkuran Hadza und Lion Hartlieb (beide TG13-3) haben beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ Heilbronn-Franken den 2. Preis im Fachgebiet Arbeitswelt gewonnen. Ausgezeichnet wurden sie für ihr Forschungsprojekt „Inklusive, bioelektrische EMG-Steuerung externer Systeme mit Echtzeit-Merkmalsextraktion“, das sich mit neuen Formen der Mensch-Maschine-Interaktion beschäftigt. Überreicht wurde der Preis von Timo Pflüger, Ausbildungsleiter bei ebm-papst Mulfingen und Patenbeauftragter des Wettbewerbs.

Ausgangspunkt des Projekts war die Frage, wie sich digitale Eingaben künftig stärker an den Menschen anpassen können – insbesondere dann, wenn klassische Eingabegeräte wie Maus und Tastatur an ihre Grenzen stoßen. Dabei richtet sich der Ansatz nicht nur an Menschen mit motorischen Einschränkungen, sondern auch an Arbeitsbereiche, in denen ergonomische, individuelle oder berührungsfreie Eingaben Vorteile bieten können.

Die Projektidee entstand unter anderem aus persönlichen Erfahrungen von Kerimkuran Hadza, der aufgrund einer Muskelschwäche seit vielen Jahren mit alternativen Arbeitsweisen und technischen Hilfsmitteln vertraut ist. Daraus entwickelte sich gemeinsam mit Lion Hartlieb die Forschungsfrage, ob sich Muskelaktivität direkt als Eingabemöglichkeit für digitale Systeme nutzen lässt.

Hierfür entwickelten die beiden einen Elektromyographie (EMG)-Prototypen, der bioelektrische Muskelsignale erfasst, verstärkt und in digitale Steuerimpulse umwandelt. Bereits kleinste willentliche Muskelaktivitäten können dabei erkannt werden – noch bevor eine sichtbare Bewegung erfolgt. Ziel der Forschung ist es, langfristig adaptive Eingabesysteme zu entwickeln, die sich an unterschiedliche Menschen und Arbeitssituationen anpassen. Während ihres Studiums möchten Kerimkuran Hadza und Lion Hartlieb ihre Forschung weiterführen und die entwickelte Technologie weiterentwickeln.

image004 002Betreut wurde das Projekt von Informatiklehrer Alexander Racic, der die Teilnahme an „Jugend forscht“ anregte und die technische Entwicklung begleitete. Darüber hinaus unterstützte Steffen Lesle die beiden bei der Konzeption ihres Wettbewerbsauftritts sowie bei der Entwicklung und Gestaltung der Präsentation.

Für ihr Projekt investierten Kerimkuran Hadza und Lion Hartlieb rund 300 Arbeitsstunden. Trotz des hohen Aufwands würden beide den Wettbewerb jederzeit weiterempfehlen: „Man gewinnt immer – unabhängig vom Platz. Vor allem der Austausch mit anderen jungen Forschenden war für uns eine besondere Erfahrung.“, berichtet Kerimkuran Hadza.

Auch außerhalb von „Jugend forscht“ konnten die beiden bereits Erfolge erzielen. Beim Deutschen Gründerpreis für Schülerinnen und Schüler erreichten sie unter rund 1.700 teilnehmenden Schülerteams den 27. Platz. Für den entwickelten Forschungsansatz wurde außerdem bereits eine Patentanmeldung eingereicht.

Beim 28. Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ Heilbronn-Franken hatten insgesamt 137 Nachwuchsforschende ihre Projekte in sieben Fachgebieten präsentiert. „Jugend forscht“ gilt als Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

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